VAKJP-Saar

Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten Saar

Begleitende Elternarbeit

Da Kinder in hohem Maße von ihren Bezugspersonen abhängig sind, ist Kinderpsychotherapie ohne die Mitarbeit der Eltern kaum möglich. Bei der Therapie von Jugendlichen/jungen Erwachsenen kann der Elternkontakt jedoch auch zurücktreten. Einerseits werden mit den Eltern grundsätzliche Arbeitsvereinbarungen getroffen (z. B. Krankenkassenanträge, das äußere Arbeitsbündnis, Zeitabsprachen, Ausfallhonorar, Austausch über Behandlungsziele).

 

Im Therapieprozess wird es zudem meist wichtig, die mütterlichen und väterlichen Erziehungs-/Beziehungseinstellungen zu berücksichtigen, bis hin zu deren emotional bedeutsamen, oft wenig bewussten eigenen Elternerfahrungen. Es ist also hilfreich das "gewachsene" und das aktuell wirksame Beziehungsgeschehen zwischen den Elternteilen und dem Kind, besonders aber auch die unausgesprochenen Familienmuster kennenzulernen. So entwirren sich konflikthafte Erwartungen wie gefühlsmäßige Verstrickungen und bilden wichtige Beiträge zur Überwindung von Entwicklungsblockaden. Positive Fähigkeiten (Ressourcen) werden herausgearbeitet und konstruktive Neuanfänge im Verbund mit der "eigentlichen" Kinderpsychotherapie eröffnet.

Die Krankenkassen tragen dieser fruchtbaren Wechselwirkung insofern Rechnung, als sie eine Kombination von Kinder- plus Elternstunden bewilligen, ca. im Verhältnis 4:1. Nachhaltige Verbesserungen erfordern meist auch auf der Ebene der Eltern Geduld, Einsicht und Veränderungswillen, sowie eine gewisse Offenheit gegenüber seelischen Vorgängen.

Familienmuster
Familienmuster