Behandlungsverfahren

Gemäß der Psychotherapierichtlinien des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) sind analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als Behandlungsverfahren anerkannt. Diese Verfahren basieren auf der psychoanalytischen Persönlichkeitslehre mit der Annahme der Existenz unbewusster Strukturen, Motivationen und Phantasien sowie auf der psychoanalytischen Krankheitslehre, die Krankheit als eine Reaktualisierung unbewusster Konflikte, als Folge von Entwicklungsdefiziten und/oder Traumatisierungen versteht.

Behandelt werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Symptome von Krankheitswert auf psychischer, somatischer oder sozialer Ebene zeigen. Krankheitswertige Störungen und Verhaltensauffälligkeiten sind im psychodynamischen Verständnis Anzeichen eines misslungenen Lösungsversuchs in der innerpsychischen Verarbeitung. Oft leiden die familiären Beziehungen und andere Bezugssysteme als Erstes darunter. Mit zunehmendem Alter entsteht auch beim Kind oder Jugendlichen ein Leidensdruck.

Patient*innen haben einen Anspruch auf psychotherapeutische Sprechstunden (bei Kindern und Jugendlichen bis zu 5 x 50 Minuten). Die Sprechstunde dient der Abklärung, ob ein Verdacht auf eine krankheitswertige Störung vorliegt. Im Anschluss wird auf der Grundlage der diagnostischen Einschätzung eine Akutbehandlung, eine Kurzzeittherapie oder eine Langzeittherapie empfohlen (als Einzel- oder Gruppentherapie oder kombiniert). Auch Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherungen haben direkten Zugang zum psychotherapeutischen Leistungsangebot, ohne Überweisung durch Haus- oder Fachärzt*innen.