Analytische Psychotherapie

Analytische Psychotherapie richtet sich allgemein auf Krankheitsdispositionen, Beziehungskonflikte und deren Genese in der Vorgeschichte. Lebensgeschichtlich erfahrene und internalisierte Konflikte werden in der therapeutischen Situation aktualisiert, durch Deutung bewusst gemacht und durchgearbeitet. Behandlungsgegenstand ist die unbewusste Psychodynamik der Störungen und deren psychischen und somatischen Symptomen mit dem Ziel, innerhalb der therapeutischen Beziehung Heilung durch Einsicht und Sinngebung zu erreichen. Die Bandbreite der Interventionsmöglichkeiten ist dabei variabel und nicht zuletzt abhängig von der Komplexität der Symptomatik, den relativ klar umschriebenen Konflikten, der Selbstentwicklung und inneren Struktur sowie den begleitenden psychosozialen Belastungsfaktoren und Ressourcen. Die analytische Psychotherapie unterscheidet sich von der TfP durch intensiveres Arbeiten - es finden meist zweimal wöchentlich Sitzungen mit den Patient*innen statt - und durch weitreichendere Zielsetzungen. Die analytische Psychotherapie kann als Kurzzeittherapie bis zu 24 Behandlungsstunden für die Patient*innen und bis zu 6 Behandlungsstunden für die Bezugspersonen oder als Langzeittherapie (bis max. 180 Stunden und 45 für die Bezugspersonen) durchgeführt werden.

Auch in diesem Behandlungsverfahren nutzen die Kinder – je nach Entwicklungsstand und Reife – ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeiten in Bildern, Spielen und gemeinsamen Gesprächen zum Verständnis des eigenen Denkens, Fühlens und Handelns. Dies schafft die Möglichkeit der inneren Restrukturierung der in der Entwicklungsgeschichte misslungenen Verarbeitungsformen. In der therapeutischen Beziehung können korrigierende Erfahrungen gemacht werden, mit deren Hilfe Entwicklungsblockaden, Hemmungen und innere wie äußere Konflikte überwunden werden.